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Rubrik: Wissenswertes
Streuobstparadies Baden-Württemberg
Freitag, 27.04.2012 12:58
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(sc) Am 22. Mai 2012 wird in Weilheim/Teck, in Baden-Württemberg, von rund hundert Kommunen, Vereinen und Betrieben eine neue Initiative zur Erhaltung des ökologischen Reichtums und der einzigartigen Kulturlandschaft „Streuobstwiese“ gestartet: das Schwäbisches Streuobstparadies“. Im Vorfeld dazu finden in den Monaten April und Mai zahlreiche Blütenfeste statt. Mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Ökosystemen Europas. Diese und viele andere Initiativen sollen helfen, Streuobstwiesen zu erhalten und neue anzulegen. Auch das juice news Redaktionsteam hat sich schon des Öfteren mit diesem Thema beschäftigt. 


Streuobstparadies – ein besonderes Naturereignis 


Streuobstwiesen verzaubern im Frühling und Sommer mit einem Meer aus duftenden Blüten und summenden Bienen. Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume präsentieren im Herbst ihre Früchte und selbst im Winter - mit dicker Schneedecke - haben Streuobstlandschaften noch ihren ganz besonderen Charme. Wachsende Bevölkerungszahlen, zunehmende Besiedlung und vermehrter Plantagenanbau führten schon in den 1920er Jahren dazu, dass der Streuobstanbau mehr und mehr zurückgedrängt wurde. Die Folge war, dass seltene Vogel- und Pflanzenarten ausstarben. Naturschützer schalteten sich immer mehr ein. Langsam begann ein Umdenken in Sachen Streuobstanbau. Und die Bestände haben sich erholt und wieder ausgedehnt. Initiativen zur Erhaltung und zum Ausbau kamen und kommen dabei nicht nur von den Naturschützern. Auch Keltereien zeigen zunehmend Interesse, über die Streuobstwiesen sich den wertvollen Rohstoff für die Apfelsaftherstellung zu sichern. 


„Schwäbisches Streuobstparadies“ 


Baden-Württemberg besitzt heute die größten Streuobstbestände Europas. Insbesondere in Baden-Württemberg sind zahlreiche Initiativen gestartet worden, um diese Kulturräume zu bewahren und neue einzurichten (Einzelheiten dazu: Broschüre „Streuobstwiesenanbau in Baden-Württemberg, Download hier.) Insbesondere in diesem Bundesland sind zahlreiche Initiativen gestartet worden, um diese Kulturräume zu bewahren und neue einzurichten. Durch die Gründung des Vereins „Schwäbisches Streuobstparadies“ sollen zwischen Alb, Neckar und Rems die Streuobstwiesen unter einen besonderen Schutz gestellt werden. Neben Böblingen, Esslingen, Göppingen, Reutlingen, Tübingen und dem Zollernalbkreis sind zusätzlich 100 Städte, Gemeinden, Vereine und Verbände an der Gründung beteiligt.



Blütenfeste 


Die Streuobstwiesen „Schwäbisches Streuobstparadies“ erstrecken sich auf 26.000 Hektar mit geschätzten 1,5 Millionen Streuobstbäumen. Bevor der Verein am 22. Mai 2012 in Weilheim/Teck in Anwesenheit des baden-württembergischen  Landwirtschaftsministers Alexander Bonde offiziell ins Leben gerufen wird, feiern die Landkreise das „Schwäbische Hanami*. 53 Blütenfeste werden mit obstbaulichen Rundgängen und Spaziergängen durch blühende Streuobstlandschaften begangen und „sollen die Aufmerksamkeit der Menschen auf das Blütenparadies lenken“, betont Thomas Reumann, Landrat des Landkreises Reutlingen. Ziel ist es, eine höhere Wertschätzung und eine Bewusstseinsänderung für die Kulturlandschaft Streuobstwiese zu erreichen.


Die Termine für die Blütenfeste finden Interessierte hier oder bei den Kommunen und jeweiligen Obst- und Gartenbauvereinen der Landkreise.


* Hanami ist eine japanische Tradition, um in jedem Frühjahr mit sogenannten „Kirschblütenfesten“ die Schönheit der in Blüte  stehenden Kirschbäume zu feiern.


Foto: © Crimson-Fotolia.com