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Rubrik: Wissenswertes
Möhren, Karotten & Co. - lecker, vielseitig und beliebt
Donnerstag, 22.09.2011 11:57
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(re) Möhren werden in Deutschland – je nach Sorte – vom Frühsommer bis zum Herbst geerntet. Jetzt wird es Zeit, die Herbst-Möhren zu ernten! Wenn das Grün welk wird und die Möhren immer mehr ans Tageslicht wachsen, dann ist das der richtige Erntezeitpunkt. Möhren gehören bei uns zu den beliebtesten Gemüsearten. Pro Kopf wurden 2010/2011 rund 8,2 kg Möhren und Rote Bete verzehrt (Download). Nach Tomaten mit 24,9 kg/pro Kopf ist die Gruppe das meistverzehrte Gemüse. Ebenso beliebt ist der Saft. Möhrensaft liegt in der Rangliste der Gemüsesäfte gleich auf mit Tomatensaft. Von insgesamt 1,2 l pro Kopf Gemüsesaft/-nektar entfallen 0,5 l auf Möhrensaft. Die Vermutung liegt nahe dass sowohl Geschmack als  auch die Inhaltsstoffe den Saft so beliebt machen. Immerhin zählen Möhren zu den carotinoidreichsten Lebensmitteln überhaupt. Zudem enthalten sie den sekundären Pflanzenstoff Luteolin sowie zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.

Möhre oder auch Karotte, Gelbe Rübe, Mohrrübe, Riebli oder Rüebli genannt, gehört zu den ältesten heimischen Gemüsearten. Seit wann genau und woher sie ursprünglich stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Vermutlich liegt ihre Herkunft im südeuropäischen und asiatischen Raum, denn hier wachsen die meisten Wildformen. Man nimmt an, dass die Möhre bereits um 1000 n. Chr. in Kleinasien kultiviert wurde, in Europa erst ab dem 14. Jahrhundert (Download). Heute gibt es mehr als 100 verschiedene Sorten. Neben den orangeroten findet man mitunter auch weiße und gelbe oder sogar schwarz-violette. Auch wenn die schwarz-violetten im Kern orangerot sind, so üben diese neuen Farbkombinationen doch einen gewissen Reiz aus. Die Farbe gibt dabei erste Hinweise auf die Inhaltsstoffe: Je kräftiger die orangerote Farbe, desto mehr von den roten Pflanzenfarbstoffen (Carotinoide) sind enthalten. Die violette Farbe ist auf die Anthocyane zurückzuführen.


Gleich welche Farbe, Möhren haben viel zu bieten: Insbesondere ihr hoher Gehalt an Beta-Carotin, der Vorstufe von Vitamin A, zeichnet sie aus. So enthalten 100 g Möhren ca. 10 bis 20 mg Carotinoide, etwa die Hälfte davon ist Beta-Carotin. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. auf der Basis mehrerer Studien abgeleitete Tagesdosis dieses Provitamins liegt bei 2 bis 4 mg (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (2004): Die Nährstoffe, 1. Auflage, S. 76).  Beta-Carotin stärkt die Sehkraft, ist am Zellwachstum beteiligt und ist wichtig für Haut und Schleimhäute. Besonders gut kann dieses Provitamin A aus den Möhren in Kombination mit Fett oder z. B. aus Möhrensaft aufgenommen werden. Durch das Auspressen werden die Zellwände der Möhre aufgebrochen und Beta-Carotin freigesetzt (Download).  Außerdem haben Möhren an sekundären Pflanzenstoffen auch das Flavonoid Luteolin zu bieten. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Luteolin im Alter möglicherweise Entzündungen im Gehirn signifikant reduzieren und dadurch zu einem besseren Erinnerungsvermögen führen könnte. Des Weiteren enthalten Möhren Vitamin K, Folsäure, Kalium, Calcium, Eisen und Mangan. Kalium z. B. ist ein wichtiger Mineralstoff, der an der Regulation des Wasserhaushalts beteiligt ist. In einer italienischen Studie wurden Hinweise dafür gefunden, dass eine hohe Kaliumzufuhr das Risiko eines Schlaganfalls reduzieren könnte. 

Möhren schmecken auf vielerlei Arten: Roh – als Fingerfood schmecken sie süßlich und sind knackig, gekocht sind sie wegen ihres feinen Aromas nicht nur bei Kindern beliebt. Auch als Saft hat die Möhre viele Liebhaber, wie der Pro-Kopf-Konsum zeigt. Man findet Möhren- bzw. Karottensaft entweder pur oder gemischt mit Apfel- oder Orangensaft. Wie bei den Fruchtsäften haben alle Gemüsesäfte 100 % Gemüseanteil. Gemüsenektar – auch Trunk genannt – enthält gemäß den Leitsätzen für Gemüsesaft mindestens 40 % Gemüse (Download).

Quellen:
Bayrische Landanstalt für Landwirtschaft (LfL): Die Karotte – Nicht nur gut für die Augen. (Download
Dienstleistungszentren Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz (dlr.rlp): Möhren – verblüffend vielfätig.
Brockhaus Ernährung, 2. überarbeitete Auflage, 2004.

Foto: fotolia.com // Svenja98