
| Mittwoch, 22.06.2011 12:50 0 Kommentare |

(bg) Mit dem Sommer beginnt endlich die Kirschenzeit: Von Juni bis August werden die prallen roten Früchte geerntet und können je nach Vorliebe direkt vernascht werden. Wer es gern sauer mag, der genießt Sauerkirschen pur. Die meisten genießen sie allerdings lieber zubereitet als Konfitüre, im Kuchen als Fruchtsaft, -nektar oder als Dessert. In flüssiger Form bietet die Fruchtsaftindustrie Sauerkirschnektar und auch Fruchtsaftmischungen wie Sauerkirsch-Apfel oder rote Fruchtsaftschorlen an. KiBa, die klassische Mischung mit Bananennektar, hat es sogar in die Hitlisten der Diskotheken geschafft.
Sauerkirschen gehören zu der Familie der Rosengewächse. Sie wachsen als Strauch oder Baum. und zählen zu den Steinfrüchten. Ihre Früchte sind rund bis oval, kräftig rot und im Geschmack herb-sauer. Sie sind prall, fest und haben ein sehr saftiges Fruchtfleisch. Rund 250 verschiedene Sorten Sauerkirschen kennt man mit wohlklingenden Namen wie Gerema, Morellenfeuer, Safir, Schöne Klettgauerin oder Ludwigs Frühe sowie die bekannteste: die Schattenmorelle. Da Sauerkirschen selten roh verzehrt werden, verarbeitet man sie zu Konfitüre, Fruchtnektar oder Dessert.
Sauerkirschen sind kalorienarm und enthalten hochwertige Inhaltsstoffe. Sie bestehen zu circa 80 Prozent aus Wasser und haben recht wenig Zucker; 100 g Sauerkirschen liefern daher nur etwa 50 Kilokalorien. Kalium, Phosphor, Eisen und die Vitamine B1, B2, B6, C sowie Folsäure und Beta-Carotin sind in Sauerkirschen reichlich enthalten. Zudem liefern sie viele sekundäre Pflanzenstoffe wie Catechine, Flavonoide und Anthocyane, denen eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Die Sauerkirsche weist außerdem einen hohen Gehalt an den antioxidativ wirkenden Carotinoiden auf. Für den typischen Geschmack der Sauerkirschen sorgt die Apfelsäure. Zusammen mit der Zitronensäure ist der Anteil dieser Fruchtsäuren fast doppelt so hoch wie in Süßkirschen.
Am häufigsten werden Sauerkirschen als Nektar angeboten. Denn laut Fruchtsaftverordnung zählen Sauerkirschen zu den Früchten mit einem hohem Säuregehalt, deren Saft pur nicht zum direkten Verzehr geeignet ist und die deshalb als Nektar mit einem Fruchtgehalt von mindestens 35 Prozent verarbeitet und angeboten werden. Vereinzelt findet man auch Sauerkirschfruchtsaft, z. B. als sortenreine Variante aus Morellenfeuer, einer Sorte mit milder Säure. Darüber hinaus ist auch eine Mischung aus Sauerkirschsaft mit Apfelsaft sehr beliebt. Man erhält diesen Mix in unterschiedlichen Mengenverhältnissen als Fruchtsaft, Nektar und Fruchtsaftgetränk wie z. B. Schorle.
Übrigens: Gerade für Ausdauersportler könnte Sauerkirsch-Apfelsaft eine gute Wahl sein. Denn vorherige Studien lassen vermuten, dass das Trinken von diesem Saft Muskelschäden und das subjektive Schmerzempfinden nach dem Ausdauersport reduzieren könnte. Außer der Mischung mit Apfelsaft wird auch der Klassiker KiBa, also eine Kombination aus Sauerkirsch- und Bananennektar, schon fertig gemischt angeboten. Sowohl Apfelsaft als auch Bananennektar sorgen für einen milden Geschmack.
Quelle:
Brockhaus Ernährung, 2. überarbeitete Auflage, 2004.



