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Rubrik: Ernährung
Tipp: Kindern mehr Gemüse anbieten
Donnerstag, 15.07.2010 12:39
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(bg) Bietet man Kindern im Alter zwischen drei bis fünf Jahren größere Portionen Gemüse an, essen sie auch mehr davon. Dieses Studienergebnis scheint auf den ersten Blick kaum verwunderlich, ist es aber! Denn die Kinder hatten die freie Wahl, was und wie viel sie essen wollten. Einen Zwang, alles aufzuessen, gab es nicht.


Forscher hatten 51 Kinder im Vorschulalter einmal pro Woche eine immer größer werdende Portion Möhren als Vorspeise angeboten. In der ersten Woche gab es 30 g rohe Möhren, in der zweiten 60 g und in der letzten Woche schließlich 90 g. Zum Vergleich wurden in einer weiteren Woche keine Möhren als Vorspeise gereicht. Die folgende Hauptmahlzeit bestand stets aus Pasta, Brokkoli, Apfelmus und Milch. Die Kinder konnten von den Speisen soviel essen, wie sie wollten.


Ergebnis nach den vier Wochen: Wurden den Kindern größere Gemüseportionen angeboten, haben sie mehr davon gegessen. Bei 30 g Möhren als Vorspeise aßen die Kinder insgesamt etwa 44 g Gemüse (Möhren + Brokkoli). Eine Erhöhung der Vorspeisenportion auf 60 g sorgte für eine Steigerung der Verzehrsmenge bei den Möhren um 47 %, so dass insgesamt 58,2 g Gemüse gegessen wurden. Eine weitere Vergrößerung der Möhrenportion auf 90 g hingegen führte nicht zu einer erneuten Zunahme des Gemüsekonsums bei den Kindern. Auch in diesem Fall lag die Verzehrsmenge bei etwa 60 g Gemüse. Wurde keine Vorspeise gereicht, aßen die Kinder nur 20,5 g Brokkoli.
Insgesamt konnte der Gemüseverzehr durch diesen Trick also fast verdreifacht werden: von 20 g auf 60 g Gemüse. Obwohl schon als Vorspeise mehr Gemüse verzehrt wurde, verzichteten die Kinder auch bei der Hauptmahlzeit nicht darauf. Bei allen Versuchen war die aufgenommene Energiemenge ungefähr gleich hoch. Die Autoren begründen diese Beobachtung mit dem geringen Brennwert der Möhren.


Die im American Journal of Clinical Nutrition erschienene Studie zeigt, wie leicht Kinder motiviert werden können, eine der empfohlenen täglichen fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen – ohne zusätzliche Kalorienaufnahme. Die Autoren vermuten, dass gekochte Möhren oder in mundgerechte Stücke geschnittenes Gemüse zu einem noch größeren Verzehr führen könnten. Einfach deshalb, weil weniger Zeit fürs Kauen verwendet werden muss.


Diese Idee ist nicht neu. Eine bereits 2002 veröffentlichte Studie mit Grundschulkindern befasste sich bereits mit diesem Ansatz. Durch das Angebot von Obst und Gemüse in mundgerechten Stücken als Zwischenmahlzeiten während des Unterrichts konnten Steigerungen der Verzehrsmengen von bis zu 100 Prozent und damit schon 36 Prozent der Empfehlung bereits erreicht werden.


Mit diesen kleinen Tricks und einem zusätzlichen Glas Frucht- oder Gemüsesaft können Kinder also sehr gut motiviert werden, ausreichend Obst und Gemüse zu sich zu nehmen.

Quellen:
Spill MK et al. (2010): Eating vegetables first: the use of portion size to increase vegetable intake in preschool children. American Journal of Clinical Nutrition 91: 1237 – 1243.
 
Eissing G et al. (2002): Steigerung des Obst- und Gemüseverzehrs bei Grundschulkindern. ErnährungsUmschau  49: 340 – 343.