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Rubrik: Ernährung
Mikronährstoffe können vor Herzkrankheiten und Schlaganfall schützen
Freitag, 09.07.2010 12:53
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(ag) Bei einem Mangel an Mikronährstoffen steigt das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle signifikant an, so lautet das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie mit mehreren Tausend Teilnehmern. Umgekehrt ziehen die Forscher aus den Ergebnissen den Schluss, dass Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente vor Herzkrankheiten schützen und das Sterblichkeitsrisiko senken können.  

Die Forscher hatten dazu Daten von 9.450 Personen im Alter ab 45 Jahren ausgewertet, die aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III) und der anschließenden Nachbeobachtung stammten. Die Auswertung zeigte bei Personen mit einem Mikronährstoffmangel nach acht Jahren ein signifikant höheres Erkrankungsrisiko (koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz) und eine höheres Sterblichkeitsrisiko. Die Aufnahme an den Vitaminen B2, B12, D, C und E, den Mineralstoffen Selen, Zink, Kupfer und Eisen sowie an essentiellen Fettsäuren war bei den betroffenen Personen zu gering. Als Grund für den Zusammenhang zwischen Mikronährstoffmangel und Erkrankungsrisiko vermuten die Wissenschaftler Entzündungsprozesse.

In Deutschland ist die Versorgung mit Mikronährstoffen gut, aber nicht optimal. Das hat die Nationale Verzehrsstudie II (Download), die repräsentative Daten zum Lebensmittelverzehr sowie zum Ernährungsverhalten der Bundesbürger liefert, ergeben. Hiernach lag im Schnitt bei allen Altersstufen der untersuchten 14 bis 80 Jährigen nur die Aufnahme bei Vitamin D, Folsäure und Jod unterhalb der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Ein Teil der befragten Männer und Frauen erreichten auch die Empfehlungen der übrigen Nährstoffe nicht. Beispielsweise bleibt die Vitamin C-Aufnahme bei 32 Prozent der Männer und 29 Prozent der Frauen unter dem Referenzwert.



Grundsätzlich wurde zudem festgestellt, dass die Lebensmittelauswahl der Deutschen nicht ideal ist. Im Durchschnitt essen die Deutschen zu wenig Obst und Gemüse. Die Empfehlungen der DGE von 250 g Obst pro Tag unterschreiten 59 Prozent der Befragten. Wird Fruchtsaft mit in die Berechnung einbezogen, verbessert sich dieser Wert, aber immer noch liegen 43 Prozent der Befragten unter der DGE-Empfehlung. Noch schlechter sieht es bei Gemüse aus. Hier liegen 87,4 Prozent der Befragten unter den Empfehlungen der DGE (400 g pro Tag). So verzehren Männer im Durchschnitt 112 g Gemüse/Tag, Frauen schaffen immerhin 129 g/Tag.


Eine höhere Aufnahme von Obst und Gemüse könnte die Versorgung an Mikronährstoffen insgesamt weiter optimieren. Das sieht auch die DGE so. Um Verbrauchern bei einer ausgewogenen Lebensmittelauswahl Hilfestellung zu leisten, hat sie 10 einfache Regeln festgelegt. So sollte man für eine gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen täglich fünf Portionen Obst oder Gemüse verzehren. Dabei entspricht eine Portion einer „Handvoll“. Eine dieser fünf Portionen kann auch durch ein Glas (200 ml) Frucht- oder Gemüsesaft gedeckt werden.