
| Dienstag, 21.08.2012 11:09 0 Kommentare |

(eh) Der regelmäßige Verzehr von Beerenfrüchten, insbesondere Blaubeeren und Erdbeeren, könnte sich positiv auf den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten von älteren Frauen auswirken. Diesen Zusammenhang fanden US-amerikanische Forscher bei der Auswertung von Daten einer Langzeitstudie. Danach könnten Beeren-Liebhaber im Alter von diesem Effekt profitieren.
Mit den Inhaltsstoffen von Blaubeersaft, die sich positiv auf das Erinnerungsvermögen und die Hirnfunktion von Senioren auswirken könnten, hat sich die juice news-Redaktion schon mal beschäftigt.
In der aktuellen Langzeitstudie erfassten Wissenschaftler seit 1980 Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitszustand von rund 120.000 Frauen. Alle vier Jahre dokumentierten sie mittels eines detaillierten Fragebogens den Lebensmittelkonsum. Zwischen 1995 und 2001 bewerteten die Forscher zusätzlich mit verschiedenen Tests die geistige Leistungsfähigkeit der damals über 70-jährigen (16.000 Frauen).
Die Auswertung der Daten zeigte, dass bei Frauen mit einem hoher Konsum an Blaubeeren (mehr als eine Portion pro Woche), im Vergleich zu denjenigen, die selten Beeren aßen (seltener als einmal pro Monat) die geistige Degeneration um 2,5 Jahre verlangsamt und die Gedächtnisleistung signifikant besser war. Auch Erdbeeren enthalten Inhaltsstoffe, die sich auf die mentalen Fähigkeiten auswirken könnten. Denn auch bei Frauen, die mehrfach in der Woche (mehr als zwei Portionen pro Woche) Erdbeeren verzehrten, konnte eine bessere geistige Leistung festgestellt werden, als bei denjenigen, die seltener als einmal pro Woche zu den roten Früchten griffen.
Die Forscher gehen davon aus, dass die positiven Wirkungen auf die in den Beeren enthaltenen Flavonoide, insbesondere den Anthocyanidinen, einer Untergruppe der Anthocyane, zurückzuführen sind. Wie der genaue Wirkmechanismus funktioniert, können die Forscher noch nicht sagen. Stress und Entzündungsprozesse im Körper scheinen aber an der Entwicklung einer kognitiven Beeinträchtigung beteiligt zu sein. Anthocyanidine wirken stark antioxidativ und können durch diese Eigenschaft Sauerstoffradikale abfangen und die Zellen so vor Schäden bewahren. Das Forscherteam der aktuellen Studie geht davon aus, dass sich bei Frauen, die mehrfach in der Woche Beeren aßen dieser Effekt bemerkbar machte. Unklar bleibt, welche Mengen an Beerenprodukten gegessen und getrunken werden müssen, um das Gehirn jung zu halten. Der Verzehr von Beerenprodukten ist allerdings eine einfache und leckere Empfehlung, die trotz weiterem intensiven Forschungsbedarf nicht schaden kann.
Quelle: Devore EE et al. (2012): Dietary intakes of berries and flavonoids in relation to cognitive decline. Ann Neurol. 2012 Jul;72(1):135-43.
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