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Rubrik: Ernährung
Quercetin: natürliche Therapie bei Hypertonie?
Donnerstag, 02.08.2012 14:25
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(eh) Amerikanische Forscher haben in einem aktuellen Review die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien zusammengefasst, die sich mit der blutdrucksenkenden Wirkung von Quercetin befasst haben. Dabei wurden sehr unterschiedliche Studiendesigns verglichen, trotzdem kommen sie zu einem überwiegend einstimmigen Ergebnis: Quercetin könnte den Blutdruck bei Patienten mit Hypertonie verringern.


Die American Heart Association schätzt, dass rund 74,5 Millionen Amerikaner an Bluthochdruck (Hypertonie) leiden, welcher als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen gilt.


Sekundäre Pflanzenstoffe, insbesondere die Gruppe der Polyphenole scheinen durch vielfältige Wirkungen das Risiko zahlreicher Zivilisationskrankheiten reduzieren zu können. In einem aktuellen Review haben die Autoren Ergebnisse aus Tier- und Humanstudien zusammengefasst, die sich mit den Wirkungen des Flavonols Quercetin auf den Blutdruck auseinandergesetzt haben.


Zunächst wurde die blutdrucksenkende Wirkung von Quercetin in Experimenten mit Ratten aufgezeigt und konnte erfolgreich auf den Menschen reproduziert werden. Überraschenderweise konnte bei Menschen eine stärkere Senkung erreicht werden, als im Tiermodell. In wissenschaftlichen Studien konnte bei Patienten mit Hypertonie durch die Gabe von Quercetin eine Senkung des Blutdrucks beobachtet werden. Dieser Effekt war bei Gesunden oder Patienten mit einem leicht erhöhten Blutdruck (Prähypertension) nicht vorhanden. Ähnlich Ergebnisse lieferte eine Studie mit Gesunden, die täglich 1000 Milligramm Quercetin und 200 Gramm Rutin (Quercetin-3-rutinosid) zu sich nahmen. Nach vier Wochen konnte ein deutlicher Plasmaanstieg an Quercetinverbindungen vermerkt werden, aber der Blutdruck blieb unverändert. 


Hingegen fand Egert et. al., bei übergewichtigen und fettleibigen Menschen mit einem prähypertonen Blutdruck eine signifikante Verringerung des systolischen Blutdrucks durch die Zufuhr von Quercetin über einen Zeitraum von sechs Wochen.


Eine weitere Studie zeigte, dass die Ergebnisse nur für Menschen mit einem bestimmten Apolipoprotein E3-Genotyp festgestellt wurden. Für Menschen mit dem E4-Genotyp wurde der Effekt nicht beobachtet. Die verschiedenen Ergebnisse der Studien basieren wahrscheinlich auf den unterschiedlich verabreichten Dosen, Studienzeiträumen und Teilnehmerzahlen. Gemeinsam haben die Studien, dass Quercetin in der Lage sein könnte, den Blutdruck zu verringern.


Aktuell werden mehrere mögliche Mechanismen diskutiert, über welche Quercetin den Blutdruck senken könnte. Zum einen durch seine Wirkung als Radikalfänger. Quercetin ist in der Lage die Anzahl der freien Radikale im Körper zu reduzieren und somit oxidativen Stress in Körperzellen zu verringern, der häufig mit Bluthochdruck einhergeht. Zudem wird Quercetin in verschiedenen Studien mit einer Verbesserung der endothelialen Funktion in Verbindung gebracht. Wie der genaue Wirkmechanismus von Quercetin ist und welche Dosierung erforderlich ist um eine gesundheitliche Wirkung zu erzielen, bleibt in weiteren Studien zu klären. 


In den westlichen Ländern liegt die tägliche Aufnahme bei etwa 15 bis 40 Milligramm pro Tag. Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass eine tägliche Aufnahme von >33 Milligramm pro Tag mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung gebracht werden könnte. Höhere Mengen an Quercetin befinden sich vor allem in Äpfeln, Trauben, Zitrusfrüchten und Zwiebeln. Solange es keine genaueren Empfehlungen gibt, sollten im Rahmen einer gesunden Ernährung Gemüse, Obst und Fruchtsäfte als natürliche Quelle für Quercetin dienen. 


Quelle: Larson AJ, Symons JD, Jalili T. (2012): Therapeutic potential of quercetin to decrease blood pressure: review of efficacy and mechanisms. Adv Nutr. 2012 Jan;3(1):39-46. Epub 2012 Jan 5.


Foto:© moticellllo-Fotolia.com