
| Donnerstag, 26.07.2012 15:40 0 Kommentare |

(eh) Ergebnisse einer britischen Forschergruppe aus Cambridge zeigen, dass der Verzehr von Obst und Gemüse Einfluss auf die Entstehung von Diabetes Typ 2 nehmen könnte. Demnach kann der häufige Konsum von Gemüse und ein abwechslungsreicher und farbenfroher Mix an Obst und Gemüse präventiv auf die Entstehung von Diabetes Typ 2 wirken.
Diabetes Typ 2 zählt weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen.
Ergebnisse bisheriger Studien lassen vermuten, dass durch eine gesunde Ernährungsweise das Risiko für Diabetes Typ 2 gesenkt werden könnte.
Welche Nahrungsbestandteile den präventiven Effekt ausüben, ist im Einzelnen noch nicht bekannt. Zur Vorbeugung verschiedener Zivilisationskrankheiten empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung deshalb 250 Gramm Obst und 400 Gramm Gemüse am Tag, das entspricht fünf Portionen. Mit dieser Menge wird eine ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen, Ballaststoffen und einer Vielzahl bioaktiver Substanzen gewährleistet.
Ziel der hier vorgestellten britischen Studie war einen Zusammenhang zwischen den verzehrten Mengen und der Vielfalt an verzehrtem Obst und Gemüse herzustellen. Um diesen Aspekt zu untersuchen, griffen die Wissenschaftler auf Daten aus der EPIC-Norfolk-Studie zurück. In dieser Studie wurden anhand von prospektiven 7-Tage-Ernährungsprotokollen die Verzehrsgewohnheiten von rund 25.000 Teilnehmern erfasst, um in den folgenden elf Jahren Follow-up mögliche Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs zu identifizieren. Die britischen Wissenschaftler werteten jetzt eine Subkohorte von 3.704 Teilnehmern aus, von denen im Beobachtungszeitraum 653 an Diabetes Typ 2 erkrankten.
Die Auswertung erfolgte unter Berücksichtigung von Alter, Körpergewicht und körperlicher Aktivität mit dem Ergebnis: Die mittlere Aufnahme an Obst und Gemüse lag bei 3,7 Portionen am Tag. Innerhalb einer Woche wurden im Durchschnitt 11,7 verschiedene Sorten an Obst und Gemüse verzehrt. Zudem stellten die Forscher fest, dass Personen mit einem hohen Obst und Gemüsekonsum auch sonst einen gesünderen Lebensstil pflegten, gegenüber jenen die eher selten zu pflanzlichen Lebensmitteln griffen.
Die Wissenschaftler entdeckten, dass Teilnehmer mit einem hohen Obst und Gemüsekonsum ein um 21 Prozent reduziertes Risiko für eine Diabetes Typ 2-Erkrankung aufwiesen. Wer bis 16 verschiedene Sorten an Obst und Gemüse innerhalb einer Woche zu sich nahm, hatte im Vergleich zu Wenig-Essern ein um 40 Prozent reduziertes Risiko.
Wie der genaue Wirkmechanismus abläuft, konnten die Forscher nicht erklären. Sie vermuten aber, dass die vermehrte Aufnahme an sekundären Pflanzenstoffen mit der präventiven Wirkung zusammenhängen könnte. Besonders eine abwechslungsreiche bunte Mischung an Obst und Gemüse senkt das Diabetes Typ 2-Risiko. Separat betrachtet wurden für Gemüse die gleichen Effekte festgestellt, für Obst alleine jedoch nicht. Vor allem der Konsum von grünem Blattgemüse scheint sich durch den Gehalt an zahlreichen bioaktiven Substanzen positiv auf die Gesundheit auszuwirken.
Einen weiteren Grund sehen die Wissenschaftler in der Tatsache, dass Menschen mit einem hohen Anteil an Obst und Gemüse in der Ernährung eine geringere Energieaufnahme haben und im Allgemeinen ein geringeres Risiko für eine übermäßige Gewichtszunahme haben, den Übergewicht wird als Risikofaktor für Diabetes Typ 2 angesehen.
Welchen Nutzen ein hoher Obst und Gemüsekonsum letztlich hat, muss auch in Zukunft weiter erforscht werden. Im Rahmen der Ernährungskampagne „5 am Tag“ heißt es gerade jetzt im Sommer, wo es Obst und Gemüse in Hülle und Fülle gibt, ruhig des öfteren mal zugreifen oder auch alternativ ein Glas (200 Milliliter) gekühlten Frucht- oder Gemüsesaft genießen.
Quelle:Andrew J Cooper et al (2012): A prospective study of the association between quantity and variety of fruit and vegetable intake and incident type 2 diabetes, Diabetes Care. 2012 June ; 35(6): 1293–1300
Foto: Serghei Velusceac – Fotolia.com



