
| Dienstag, 10.07.2012 14:07 0 Kommentare |

(eh) Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen. Aber was kann man tun, um nach einer erfolgreichen Behandlung das Risiko eines Rückfalls zu verringern? Für amerikanische Forscher spielt hierbei Möhrensaft eine bedeutende Rolle. Nach Schätzungen der Wissenschaftler kann der hohe Gehalt an Beta-Carotin im Saft dazu beitragen, das Risiko für eine erneute Erkrankung zu senken.
Wie genau der Wirkmechanismus von sekundären Pflanzenstoffen auf die Krebsentstehung ist, konnte bis heute nicht ganz aufgeklärt werden. Allerdings scheinen oxidativer Stress und Entzündungen im Körper mit einem erhöhten Risiko einherzugehen, erneut an Brustkrebs zu erkranken. Carotinoide gehören zu den bioaktiven Substanzen, die anscheinend antioxidativ wirken und das Zellwachstum beeinflussen können. Besonders viele Carotinoide sind in Möhren enthalten, vor allem Beta-Carotin, einer Vorstufe von Vitamin A. Deshalb haben Forscher der Universität Arizona versucht, den Einfluss von täglichem Möhrensaftkonsum und die daraus resultierenden Veränderungen im Plasma und der Marker für oxidativen Stress und Entzündungen zu bewerten.
Dazu wurden 69 Frauen, die in der Vergangenheit bereits an Brustkrebs erkrankt waren, untersucht. Alle Frauen waren übergewichtig und hatten einen Body Mass Index (BMI) zwischen 25 und 45 oder einen Taillenumfang von > 82 Zentimetern. Zum Zeitpunkt der Studie befanden sich alle Frauen in einem guten körperlichen Zustand, das heißt keine chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen wurden bisher diagnostiziert.Vor Studienbeginn durften die Teilnehmerinnen in einer Auswaschungsphase von vier Wochen nur in einer Liste erfasstes carotinoidarmes Obst und Gemüse essen. Anschließend tranken die Frauen über einen Zeitraum von drei Wochen täglich einen selbst entsafteten Möhrensaft aus etwa fünf Möhren und zwei Teelöffeln Olivenöl, was in etwa 240 Millilitern Saft entsprach. Während der drei Wochen durften die Frauen neben dem Saft nicht mehr als drei Portionen Obst und Gemüse zu sich nehmen. Vor und nach der Saftperiode wurden jeweils die Blutparameter untersucht. Nach drei Wochen zeigte sich ein signifikanter Anstieg an Carotinoiden im Blutplasma. Durch die antioxidative Kapazität der Carotinoide wurde wahrscheinlich auch der oxidative Stress gesenkt. Bei den Entzündungsmarkern konnte kein Effekt nachgewiesen werden. Die Forscher versuchten in dieser Studie einen einfachen, aber effektiven Ansatz zu finden, um die Plasma-Carotinoide zu steigern. Durch den Genuss von Möhrensaft scheint dies möglich zu sein. Allerdings kann aufgrund der kurzen Studiendauer keine Aussage gemacht werden, ob ein erhöhter Carotinoidspiegel im Plasma einer erneuten Brustkrebserkrankung vorbeugen kann.
Hier besteht sicher noch weiterer Forschungsbedarf. Dennoch zeigt auch diese Studie, dass sich der regelmäßige Konsum von Obst und Gemüse positiv auf die Gesundheit und das Immunsystem auswirken kann. Auf jeden Fall sind sie eine leckere Unterstützung für unser Wohlbefinden.
Quelle: Butalla AC et al.: Effects of a carrot juice intervention on plasma carotenoids, oxidative stress, and inflammation in overweight breast cancer survivors. Nutr Cancer. 2012;64(2):331-41. Epub 2012 Jan 31.
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