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Rubrik: Ernährung
Vorbeugen gegen Parkinson?
Mittwoch, 27.06.2012 14:46
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(eh) Nach wie vor ist es weitgehend unbekannt, warum manche Menschen an Parkinson erkranken und andere nicht. Doch anscheinend haben Lebens- und Ernährungsstil einen Einfluss. Um diesen Zusammenhang zu untersuchen, werteten Forscher aus Boston über einen Zeitraum von 20 Jahren Daten von Männern und Frauen aus. Mit dem Ergebnis: Eine gesunde Ernährung mit reichlich Flavonoiden kann bei Männern, das Risiko an Parkinson zu erkranken, senken. 


Um den möglichen Zusammenhang zwischen Ernährungsweise und Erkrankungsrisiko zu untersuchen, haben US-amerikanische Forscher Daten von 49.281 Männern und 80.336 Frauen ausgewertet. Die Teilnehmer waren in zwei separaten Langzeitstudien Nurses Health Study und der Health Professionals Study eingeschrieben. Alle vier Jahre füllten die Teilnehmer einen Fragebogen zu ihrer Lebensführung, einschließlich Ernährung und Gesundheitszustand, aus. Der Verzehr einzelner Lebensmittel in den Fragebögen wurde durch neun mögliche Antwortabstufungen von „nie“ bis „sechs mal am Tag oder öfters“ abgeschätzt. Basierend auf diesen Antworten ermittelten die Wissenschaftler die Gesamtzufuhr an Flavonoiden und einzelner Untergruppen. Zusätzlich untersuchten sie die Krankheitsgeschichte, vor allem derer, die Parkinson entwickelt hatten. Die Wissenschaftler konzentrierten sich dabei besonders auf Lebensmittel, die einen hohen Anteil an Flavonoiden beinhalten. Dazu zählen: Tee, Rotwein, Beeren, Orangen, Äpfel und deren Säfte.


In dem betrachteten Zeitraum erkrankten insgesamt 805 Teilnehmer an Parkinson, davon 438 Männer und 367 Frauen. Die Auswertung der Männer zeigte, dass die, die einen hohen Konsum an Flavonoiden hatten, ein um 40 Prozent geringeres Risiko für Parkinson aufwiesen, als die Gruppe, die den niedrigsten Konsum hatte. Für Frauen war zunächst ein solcher Zusammenhang nicht zu erkennen. Erst bei der Betrachtung der Anthocyane, einer Untergruppe der Flavonoide, wurde erkennbar, dass eine anthocyanreiche Ernährung scheinbar gleichermaßen das Risiko für Männer und Frauen reduzieren kann. Die Studie lässt vermuten, dass das Risiko an Parkinson zu erkranken durch eine flavonoidreiche Ernährung beeinflusst werden kann. 


Die unterschiedlichen Studienergebnisse bei Männern und Frauen decken sich mit Ergebnissen anderer Studien, die ebenfalls verschiedene Resultate in verschiedenen Risiko- und Schutzfaktoren für Parkinson gezeigt haben. Bisher gibt es nur die Vermutung, dass Flavonoide in Frauen- und Männerkörpern unterschiedlich metabolisiert werden. 


Es handelt sich hierbei um die erste Humanstudie, die den Zusammenhang zwischen flavonoidreicher Ernährung und Parkinson untersucht, deshalb besteht weiterhin ein erhöhter Forschungsbedarf auf diesem Gebiet. Bis die Ergebnisse bestätigt werden, genießen wir einfach weiterhin Obst und Gemüse sowie deren Säfte.


Quelle: Gao, X., Cassidy, A., Schwarzschild, M. A., Rimm, E. B., Ascherio, A. Habitual intake of dietary flavonoids and risk of Parkinson disease. Neurology, April 10, 2012, 78(15): 1138–1145.


Foto: © K.-U. Häßler - Fotolia.com