
| Donnerstag, 21.06.2012 15:30 0 Kommentare |

(eh) Der Saft der Blutorange ist besonders reich an Anthocyanen. Diese scheinen sich bei Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen positiv auf die Endothelfunktion auszuwirken und zu einer Verringerung an oxidativem Stress beizutragen und verschiedene Biomarker im Blut günstig zu beeinflussen. Das sind zumindest die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Italien.
Herz-Kreislauferkrankungen zählen in der westlichen Welt immer noch zu den führenden Todesursachen. Zu den Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Insulinresistenz und Übergewicht. Von Metabolischem Syndrom wird gesprochen, wenn mindestens drei dieser Risikofaktoren vorhanden sind. Die Wissenschaftler der Universität Palermo untersuchten in diesem Zusammenhang die Wirkungen von Blutorangensaft auf die endotheliale Funktion der Blutgefäße sowie die Konzentration an Entzündungsmarkern (C-reaktives Protein, IL-6 und TNF-) und oxidativem Stress bei nicht-diabetischen Patienten, die aber ein erhöhtes Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung hatten.
An der radomisierten, placebo-kontrollierten, einfach verblindeten Crossover-Studie nahmen 19 Personen mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko und 12 gesunde Kontrollpersonen teil. Die Personen mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen hatten alle einen Body Mass Index von mehr als 28, waren damit übergewichtig. Zusätzlich mussten zwei weitere Faktoren des Metabolischen Syndroms vorhanden sind. Um die Wirkungen des Saftes auf die Parameter zu untersuchen, wurden über zwei Perioden, die aus jeweils sieben Tagen bestanden entweder zweimal täglich 250 Milliliter Blutorangensaft oder 250 Milliliter Placebogetränk verabreicht. Zwischen den beiden Perioden gab es eine Auswaschungszeit von drei Tagen. Die Blutparameter wurden zu Beginn der Studie, nach der ersten Periode und nach der zweiten Periode, je morgens nüchtern bestimmt.
Nach einer Woche zeigte sich in der Safttrinkergruppe eine signifikante Verbesserung der Endothelfunktion, zusätzlich sanken die Konzentrationen an Entzündungsmarkern im Blut. Diese gelten als Indiz für vorhandene Entzündungen im Körper. Außerdem konnte eine Reduktion des oxidativen Stresses verzeichnet werden. Vor Studienbeginn hatte die Risikogruppe, im Vergleich zur Kontrollgruppe, eine erhöhte Serumkonzentrationen an freien Radikalen. Nach sieben Tagen Saftkonsum hingegen wurde ein signifikanter Trend zu einer reduzierten Serumkonzentration an Radikalen und damit zu weniger oxidativem Stress erkennbar.
Die positiven Wirkungen führen die Forscher auf den hohen Gehalt an Antioxidantien im Blutorangensaft zurück, insbesondere an Anthocyanen, die für die charakteristische rote Färbung der Blutorangen verantwortlich sind.
Die Studie zeigt interessante Ergebnisse auf, die in Folgestudien weiter untersucht werden müssen. Auf jeden Fall ist klar, dass ein Glas Blutorangensaft nicht nur gut schmeckt, sondern auch durch weitere Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Folsäure und ß-Carotin einen wichtigen Beitrag zur gesunden Ernährung liefern kann.
Quelle: Buscemi S, et al.: Effects of red orange juice intake on endothelial function and inflammatory markers in adult subjects with increased cardiovascular risk. Am J Clin Nutr. 2012 May;95(5):1089-95. Epub 2012 Apr 4.
Foto: © alyxandra - Fotolia.com



