
| Freitag, 15.06.2012 13:39 0 Kommentare |

(eh) Mit den vermuteten gesundheitsfördernden Eigenschaften von Lycopin, im Zusammenhang mit einem verminderten Osteoporoserisiko haben wir uns bereits beschäftigt. Aktuell nehmen amerikanische Forscher an, dass der in Tomaten enthaltene Farbstoff Lycopin ebenfalls das Risiko für koronare Erkrankung bei Frauen senken kann.
In Europa und Amerika stellen Tomatenprodukte wie Tomatensaft, Tomatenmark und Tomatensoße die Hauptquellen für Lycopin dar. Deshalb untersuchten die Wissenschaftler aus Boston der in der aktuellen Studie, ob eine Verbindung zwischen dem Konsum von Tomatenprodukten und einer Verringerung an Biomarkern für Herz-Kreislauferkrankungen besteht.
Frauen, die in der Vergangenheit an der Women´s health Study teilgenommen haben, wurden erneut zu ihren Essgewohnheiten befragt und entsprechende Parameter im Blutplasma untersucht. Insgesamt wurden Daten von knapp 28.000 Frauen, über 45 Jahre, ohne Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankung ausgewertet. Die Forscher teilten die hauptsächlich verzehrten Tomatenprodukte in vier große Kategorien ein: Tomaten, Tomatensaft, Tomatensoße und Pizza. Die Teilnehmerinnen wurden nach der Häufigkeit und den verzehrten Mengen einzelner Produkte befragt, woraus der Gesamtkonsum ermittelt wurde. Anhand von Blutproben konnte eine Reihe von Biomarkern bestimmt werden.
Das Ergebnis war: Frauen, die mehr als 10 Portionen an Tomatenprodukten pro Woche konsumierten, hatten im Vergleich zu Frauen, die weniger als 1,5 Portionen aßen, signifikant bessere Gesamtcholesterinwerte. Zudem war das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin besser. Dadurch hatten die Frauen ebenfalls ein besseres Verhältnis von LDL zu HDL, welches entscheidend ist für das Risiko, eine koronare Erkrankung zu entwickeln. Die Vermutung liegt nahe, dass der Farbstoff Lycopin, der zu den Carotinoiden gehört, mitverantwortlich ist für die besseren Blutfettwerte. Die Forscher vermuten einen protektiven Einfluss von Lycopin, welches scheinbar in der Lage ist das LDL-Cholesterin zu reduzieren.
In den letzten Jahren deuteten immer wieder Studienergebnisse auf einen Zusammenhang zwischen einer hohen Lycopinaufnahme und einem verringerten LDL-Spiegel hin. Zu finden ist das Carotinoid vor allem in Tomaten. Lebensmittelverarbeitende Prozesse wie Erwärmung und Zerkleinerung erhöhen die Bioverfügbarkeit des Lycopins. Zudem weisen Tomatenprodukte wie Tomatensaft, eine höhere Konzentration an Lycopin auf als frische Tomaten.
Trotz der sehr hohen Teilnehmerzahl in dieser Studie, können die besseren Blutfettwerte nicht allein mit der höheren Aufnahme an Lycopin erklärt werden. Ebenfalls müssten der Lebensstil und die sonstigen Ernährungsgewohnheiten miteinbezogen werden. Auch wenn noch viel Forschungsbedarf besteht, so deuten viele Studienergebnisse auf die günstigen gesundheitlichen Auswirkungen von Lycopin hin.
Wir werden an dieser Stelle wieder berichten, wenn es aktuelle Infos gibt und trinken derweilen ein Glas Tomatensaft.
Quelle: Howard D. Sesso, Lu Wang, Paul M Ridker, and Julie E. Buring Tomato-Based Food Products Are Related to Clinically Modest Improvements in Selected Coronary Biomarkers in Women J. Nutr. February 2012 142: 326-333; first published online January 5, 2012.
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