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Rubrik: Ernährung
Blog-Serie Teil 2: Warum Äpfel Krebserkrankungen vorbeugen können
Mittwoch, 18.04.2012 11:26
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(eh) Im zweiten Teil unserer Blog-Serie zu den Wirkungen von Inhaltsstoffen aus Äpfeln und Apfelprodukten, stellen wir den möglichen Einfluss unseres Multitalents auf die Krebsentstehung vor. Eine Krebserkrankung wird nicht durch ein einzelnes Ereignis ausgelöst, sondern ist das Resultat eines langfristigen und multifaktoriellen Prozesses. Auch hier ist es wieder die Gruppe der Polyphenole, die sehr interessante und vielversprechende Ergebnisse im Bezug auf die Krebshemmung zeigen.


Betrachtet man die Studienergebnisse der letzten Jahre stellt man fest, dass die Ernährung vermutlich einen großen Einfluss auf die Krebsentstehung hat. Wissenschaftler schätzen, dass rund ein Drittel aller Krebsfälle durch eine Ernährungsweise mit reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten vermeidbar wären.


Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie aus Italien mit über 6.000 Probanden zeigen, dass der Konsum von einem oder mehreren Äpfeln pro Tag, ein signifikant geringeres Risiko für diverse Krebserkrankungen mit sich bringt. Die Forscher beobachteten ein reduziertes Risiko an Rachen- (18 Prozent), Speiseröhren- (22 Prozent), Kehlkopf- (41 Prozent), Dickdarm- (30 Prozent), Brust- (24 Prozent), Eierstock- (24 Prozent) und Prostatakrebs (7 Prozent) zu erkranken. Eine Gruppierung der Probanden nach beispielsweise Alter, Body-Mass-Index und Gemüsekonsum ließen die Forscher zu identischen Ergebnissen kommen.


Die Auswertung von Daten, die aus der EUFIC-Studie stammen, untersuchte die Effekte des täglichen Verzehrs von Äpfeln und Birnen auf die Entstehung von Krebszellen. Dabei verglichen die Forscher, die durchschnittlich niedrigste Aufnahme (43 Gramm/Tag) mit der durchschnittlich höchsten Aufnahme (165 Gramm/Tag). Die Auswertung ergab, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum von Äpfeln und Birnen und einem verringerten Risiko für Lungenkrebs besteht. 


Äpfel und Apfelprodukte beinhalten viele Inhaltsstoffe, unter anderem auch Polyphenole, die möglicherweise der Grund dafür sind, dass der Verzehr von Äpfeln und Apfelprodukten der Entstehung von Krebs entgegen wirkt. Über die Rolle von reaktiven Sauerstoffverbindungen bei der Entstehung von Krankheiten berichteten wir im ersten Teil der Serie. So kann ein Übermaß an Sauerstoffradikalen auch die Krebsentstehung beeinflussen. Die Flavonoide des Apfels sind in der Lage, Radikale abzufangen und somit einer Entartung von Zellen  entgegen zu wirken. Procyanidine können beispielsweise das Selbstmordprogramm (Apoptose) von Krebszellen aktivieren und sie somit eliminieren. Epicatechine hemmen die Produktion von Entzündungsfaktoren, die in erhöhten Konzentrationen das Wachstum von Krebszellen fördern. Quercetin kann aufgrund seiner antioxidativen Fähigkeiten Radikale abfangen und so der Entartung von Zellen entgegenwirken.


Auch in Tierversuchen entwickelten Mäuse und Ratten, denen Apfelsaft verabreicht wurde, bis zu 50  Prozent weniger Tumore, als die Vergleichsgruppe ohne die Apfelsaftgaben. Der trübe Apfelsaft war in diesen Versuchen wirksamer als der klare. Vermutlich sind hier Polyphenole, die in trübem Apfelsaft in hoher Konzentration enthalten sind, verantwortlich. Um die Verluste an Polyphenolen bei der Verarbeitung möglichst gering zu halten, wurde in einem FEI-geförderten Projekt, unter Beteiligung der Forschungsanstalt Geisenheim und der Universität Jena an Technologien gearbeitet, um diese Verluste zu minimieren. Gleichzeitig wurden ernährungsphysiologische Versuche durchgeführt, wobei durch den Saftkonsum ebenfalls eine Erhöhung der antioxidativen Kapazität der Probanden zu beobachten war. 


Trotz intensivem Forschungsbedarf scheint eine gesunde Ernährungsweise mit einem hohen Konsum an Obst und Gemüse ein wichtiger Faktor bei der Krebsprävention zu sein. Schon jetzt ein guter Grund, regelmäßig Äpfel oder ein Glas Apfelsaft zu genießen.


Quellen: Hyson D. A. (2011): A Comprehensive Review of Apples and Apple Components and Their Relationship to Human Health; Adv. Nutr. 2: 408-420


FEI: Auswahl und Verarbeitung von Früchten nach ernährungsphysiologischen Kriterien zur Steigerung der Qualität von Säften, Konzentraten und Extrakten


Foto:  Barbara Pheby – Fotolia.com