
| Dienstag, 03.04.2012 10:37 3 Kommentare |

Die vielfältigen Wirkungen der Inhaltsstoffe von Äpfeln und Apfelprodukten steht im Mittelpunkt unserer Serie „Äpfel und ihre antioxidativen Effekte“.Ein Review Californischer Wissenschaftler fasst die Ergebnisse der letzten acht Jahre Forschung zusammen, die wir in einer Serie von drei Blog-Beiträgen wiedergeben. Zunächst widmen wir uns dem Einfluss der Inhaltsstoffe des Apfels auf den antioxidativen Status und der damit verbundenen Verringerung an oxidativem Stress sowie assoziierten Folgeerkrankungen.
(eh) Seit Längerem wird vermutet, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Verringerung von oxidativem Stress und den Inhaltstoffen des Apfels und seiner Produkte. In einer Studie mit Senioren zeigte sich nach einem Monat täglichen Apfelkonsums (ein Apfel) eine Steigerung der antioxidativen Enzyme Superoxiddismutase (SOD) und Glutathion-Peroxidase in den Erythrocyten. Ebenfalls wurde eine Erhöhung des antioxidativen Potentials im Plasma gemessen. Die Hochregulierung dieser Enzyme lässt darauf schließen, dass der Konsum von Äpfeln sich günstig auf die antioxidative Kapazität auswirkt und somit Schäden durch radikale Sauerstoffverbindungen reduziert. Diese Radikale im Körper stammen beispielsweise aus der Atmungskette, aber auch exogene Faktoren wie UV-Strahlung, Umweltgifte und unausgewogene Ernährung begünstigen die Entstehung. Diese sehr reaktionsfreudigen Moleküle werden natürlicherweise durch Antioxidantien abgefangen und unschädlich gemacht. Liegt ein Übermaß an reaktiven Sauerstoffverbindungen vor, wird von oxidativem Stress in Zellen und Geweben gesprochen, welcher im menschlichen Körper mit Schädigungen an DNA, Proteinen und biologischen Membranen in Verbindung gebracht wird. Ebenfalls scheint ein Zusammenhang von oxidativem Stress und Erkrankungen wie Krebs, Atheriosklerose und Arthrose sowie dem normalen Alterungsprozess verhanden zu sein. Besonders die zu den Polyphenolen zählenden Flavonoide scheinen ein hohes antioxidatives Potential zu besitzen. Da Äpfel reich an natürlichen Flavonoiden sind, stehen diese im besonderen Fokus der Wissenschaft.
Ergebnisse einer weiteren Humanstudie scheinen die Vermutungen zu den Wirkungen der Flovonoide zu unterstützen. Forscher beobachteten die Effekte, auf den oxidativen Status im menschlichen Körper nach dem Konsum von Apfelsaft* (150 ml). Zur Kontrolle wurde einer weiteren Gruppe nur Wasser verabreicht. Die Probanden waren in jeder Gruppe zehn gesunde Männer, denen in regelmäßigen Abständen nach dem Konsum Blutproben entnommen wurden. Bereits nach 30 Minuten konnte eine signifikante Verminderung an reaktiven Sauerstoffverbindungen beobachtet werden. Dieser Effekt ließ sich in dieser Studie bis zu 90 Minuten nach dem Konsum nachweisen.
In einer weiteren Studie wurden gesunden Männern, ein aus ungeschälten Äpfeln homogensisierter Apfelbrei verabreicht, um ebenfalls die Wirkungen auf die antioxidative Kapazität zu untersuchen. 48 Stunden vor dem Versuch wurden die Männer zu einer möglichst antioxidativen armen Ernährung angehalten. Nach dem Verzehr des Apfelbreis wurde nach drei Stunden eine signifikante Steigerung der antioxidativen Kapazität um 64 % gemessen, die auch nach sechs Stunden noch vorhanden war.
Trotz geringer Teilnehmerzahlen zeigen die Ergebnisse der Studien, dass durch einen moderaten Verzehr von Äpfeln und Apfelsaft bereits Effekte im antioxidativen Status des menschlichen Körpers zu beobachten sind. Daher könnte eine obst- und gemüsereiche Ernährung ein entscheidender Faktor zur Verringerung von oxidativem Stress und den damit assozierten Folgeerkrankungen sein.
* Der verabreichte Saft wurde aus ungeschälten Äpfeln gepresst.
Quelle: Hyson D. A. (2011): A Comprehensive Review of Apples and Apple Components and Their Relationship to Human Health; Adv. Nutr. 2: 408-420
Foto:© Barbara Pheby – Fotolia.com

Katja schreibt am 22.06.2012 um 11:46 UhrVielen DAnk für den sehr interessante Artikel. Besonders beim Thema Anti Aging sind die antioxidativen Wirkungen verschiedener Pflanzen sehr wichtig. Denn Schönheit kommt bekanntlich auch von innen. Somit kann man den Satz sagen: Schönheit kann man essen :-) Unterstützt man zusätzlich die Funktion der Haut äußerlich durch passende Pflege, wird der Effekt noch sichtbarer.
juice news Redaktion schreibt am 05.04.2012 um 11:42 Uhr
Vielen Dank für den Hinweis auf die Arbeiten aus der Forschungsanstalt in Geisenheim. Die juice news Redaktion greift diesen Hinweis gerne auf, um auch diese Ergebnisse im Fruchtsaft-Blog vorzustellen. Die juice news Redaktion hatte das Review der California State University zur Wirkung von Äpfeln und Apfelprodukten jetzt aktuell über die kontinuierliche Recherche gesichtet und hat diese dann aus aktuellem Anlass aufgegriffen. Dabei handelt es sich um eine Zusammenfassung aktueller Ergebnisse aus klinischen, in vitro und in vivo Studien, der letzten acht Jahre, die sich mit den Inhaltsstoffen von Äpfeln und Apfelprodukten (Apfelsaft und -extrakte) und deren möglichen gesundheitsfördernden Eigenschaften befasst haben. Gerne werden wir die Ergebnisse der Projekte von Prof. Dietrich mit einbeziehen.
Prof.Dr. Roland Bitsch schreibt am 04.04.2012 um 19:57 Uhr
Markante antioxidative Wirkungen nach Genuss von Äpfeln und Apfelsäften haben meine Arbeitsgruppe an der FSU Jena in Zusammenarbeit mit Prof. Dietrich von der Forschungsanstalt in Geisenheim in mehreren vom FEI geförderten Forschungs-projekten 1998 bis 2004 längst nachgewiesen. Nachzulesen in einschlägigen Forschungsberichten des FEI.Auch auf internationalen Kongressen, z.B. in Kanada, Portugal u.a. wurde hierüber berichtet. Ich bin verwundert, daß der Fruchtsaftverband dies offenbar ebensowenig vermerkt hat wie die Autorin D.A. Hyson in ihrem Review. Prof. Dr. Roland Bitsch


