
| Freitag, 10.08.2012 09:32 0 Kommentare |

(kd)Vor ungefähr zwei Jahren berichteten wir bereits über die positive Wirkung von Cranberrysaft auf wiederkehrende Harnwegsinfekte, welche durch das Darmbakterium E. coli hervorgerufen werden. Eine neue Studie aus Australien konnte nun zeigen, dass die amerikanische Traditionsfrucht auch den krankheitverursachenden Staphylococcus aureus hemmen kann. In entwickelten Ländern zählt das goldfarbene Bakterium Staphylococcus aureus zu den am häufigsten auftretenden Infektionserregern. Doch dieser Mikroorganismus ist nicht generell schädlich. Während er bei gesunden Menschen Teil der normalen Bakterien-Flora ist, kann er bei einem zum Beispiel durch Stress geschwächten Immunsystem in den Körper eindringen und schwere Entzündungen hervorrufen. Problematisch ist, dass Staphylokokken bei mangelhafter Hygiene auch auf Lebensmittel übertragen werden können. Zwar könnten zur zusätzlichen Lebensmittelsicherheit chemische Konservierungsstoffe eingesetzt werden jedoch wäre eine natürlichere Alternative nicht nur im Hinblick auf die Verbraucherakzeptanz sinnvoller.
Diese Tatsache nahmen australische Forscher zum Anlass die gegen E. coli wirksamen Cranberries auf ihre Wirkung gegen S. aureus zu testen. Im Speziellen wurden dabei zwei verschiedene Cranberrysäfte mit unterschiedlichem Fruchtgehalt analysiert. Saft 1 bestand zu 27 Prozent aus Cranberryextrakt und Saft 2 zu 100 Prozent aus Cranberrysaft. Außerdem wurden die Ergebnisse der Säfte mit jenen von vier verschiedenen Beerenextrakten (Himbeere, Erdbeere, Blaubeere Acai-Beere) verglichen.Verantwortlich für die antibakterielle Wirkung der Cranberryfrucht sind wahrscheinlich vor allem die A-Typ Proanthocyanidine, welche der Gruppe der Polyphenole untergeordnet sind. Diese Hypothese konnte durch Filterversuche bestärkt werden. Deshalb wurden als Ausgangsbasis die Polyphenolgehalte aller sechs Proben ermittelt. Bei der Analyse der Werte zeigte sich, dass der 100-prozentige Fruchtsaft im Vergleich zum 27-prozentigen Saft mehr als die doppelte Menge an Polyphenolen besaß. Innerhalb der Beerenextrakte war die Blaubeere besonders reich an Antioxidantien, gefolgt von der Akai-Beere, der Himbeere und zuletzt der Erdbeere. Für die Bestimmung der Bakterienhemmung wurde die prozentuale Hemmung untersucht, welche sich aus der Auszählung der Bakterienkulturen vor und nach der Zugabe der Probensubstanzen ergab. Hierbei zeigte sich, dass die Säfte eine prozentuale Hemmung von 11-13 Prozent erreichten. Die Beerenextrakte waren im Bezug auf die antibakterielle Wirkung dem Cranberrysaft nicht ebenbürtig mit Werten unterhalb von 5 Prozent.
Zusammenfassend konnte die Studie der australischen Forscher zeigen, dass Cranberrysaft ein potentieller antimikrobieller Wirkstoff sein kann. Inwiefern welche Substanzen für diesen Effekt verantwortlich sind, muss durch weitere Studien näher erforscht werden. Jedoch liegt die Vermutung nahe, dass Cranberrysaft das Gleichgewicht der Bakterien-Flora womöglich unterstützen könnte.
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