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Rubrik: Fruchtsaft
Apfel - der perfekte Rohstoff
Montag, 26.09.2011 12:27
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(hei) Die Medien berichten täglich über die Apfelernte und die beginnende Keltersaison für Apfelsaft. Vom kleinen Handkarren bis zum LKW mit Hänger werden die Früchte zu Sammelstellen oder direkt zu den Fruchtsaftunternehmen transportiert. Nach dem Pressen liegt die Fruchtsaft-Ausbeute – dank des hohen Wasseranteils im Apfel - bei ca. 75 Prozent. Was aber ist mit dem Rest, der ausgepressten Maische, in der Schale, Kerne und Reste vom Fruchtfleisch enthalten sind? Die juice news Redaktion hat sich informiert und ist zu der Erkenntnis gekommen, dass die Gleichung „Apfel = Apfelsaft + Trester“ stimmt! Der Apfel wird tatsächlich zu 100 Prozent verwertet und ist damit ein perfekter Rohstoff, denn Trester kann vollständig verwertet werden. So geht etwa die Hälfte in die Pektingewinnung und die andere Hälfte etwa zu gleichen Teilen in die Tierfütterung und in die Biogasproduktion.

Schauen wir uns die einzelnen Zahlen etwas genauer an: Geht man von den Durchschnittswerten der Apfelernte in Deutschland aus, so werden 800.000 Tonnen Äpfel je Jahr verarbeitet. Die Apfelsaftausbeute beträgt im Schnitt bis zu 600 Mio. Liter Apfelsaft, übrig bleiben dann ca. 200.000 Tonnen Trester. Davon gehen ca. 100.000 Tonnen in die Pektingewinnung, 50.000 Tonnen in die Tierfütterung und ebenfalls 50.000 Tonnen in die Biogasanlagen.

Da hierzulande alles nach Recht und Ordnung produziert wird, unterliegt auch die Verwertung von Reststoffen, die bei der Produktion anfallen, gesetzlichen Vorgaben. So kommt als Rechtsvorschrift für die Verwertung von Nebenprodukten, wie z. B. Apfeltrester, der bei der Produktion von Apfelsaft entsteht, auch das Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen (Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz - KrW-/AbfG) zum Tragen (Link: Download: http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/krw-_abfg/gesamt.pdf). Der Zweck dieses Gesetzes „ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen und die Sicherung der umweltverträglichen Beseitigung von Abfällen“. 


Die Verarbeitung des Apfels stellt im Sinne des Kreislaufgesetzes ein Musterbeispiel der vollständigen Weiterverarbeitung aller Bestandteile des Ausgangsproduktes dar. Denn Apfeltrester  kann, wie der Fachmann sagt1), als Rohstoff für andere Produkte bzw. für die stoffliche oder energetische Nutzung eingesetzt werden. So werden daraus Pektine hergestellt, Trester als Tierfutter verwertet oder für die Biogasgewinnung eingesetzt.
Apfeltrester hat das entsprechende Verwendungspotential, das für diese unterschiedlichen Verwertungen erforderlich ist. Aufgrund der natürlichen Herkunft enthält Apfeltrester eine große Anzahl wertvoller Inhaltsstoffe. Insbesondere Pektine sind als pflanzliche Hydrokolloide2) und Geliermittel aus der modernen Lebensmitteltechnik nicht mehr wegzudenken. Fruchtjoghurts oder andere Milchprodukte mit pflanzlichen Geliermitteln zeigen das deutlich. In der Tierfütterung, vorwiegend Wildtierfütterung, können Apfeltrester frisch, gesäuert oder getrocknet eingesetzt werden. Die Verwertung von Fruchttrestern als nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung hat mit zunehmendem Bau von Biogasanlagen in Deutschland eine immer größere Rolle gewonnen.

Das Fazit der juice news Redaktion kann daher nur lauten: Die Apfelverarbeitung zu Fruchtsaft erfolgt in Deutschland ökologisch. Der Rohstoff Apfel wird zu 100 Prozent verarbeitet bzw. einer sinnvollen Verwertung zugeführt.

Bei Interesse können wir gerne intensiver auf das Thema eingehen.


1) Quelle:
Manuskript: Prof Rubert Binnig, Redaktion Karsten Sennewald; Die Möglichkeiten der Verwertung von Trestern aus der Fruchtsaft-Herstellung (insbesondere am Beispiel Apfel); 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Trier/Bonn, Sept. 2001

2) „Gruppe von Polysacchariden und Proteinen, die in Wasser als Kolloide in Lösung gehen und ein hohes Vermögen zur Gelbildung zeigen.“ Quelle: Wikipedia